Bei der Vermögensanlage werden langfristige Verpflichtungen und Assets einander gegenübergestellt und daraus eine Anlagestrategie formuliert sowie eine Vermögensstruktur entwickelt, die das Potenzial hat, die erforderliche Rendite zu erwirtschaften. Das ist die sogenannte „Strategische Asset Allokation“ (SAA). Mit hoher Wahrscheinlichkeit sollte somit auch nach schwierigen Marktphasen ausreichend Kapital erhalten bleiben, um die Finanzierung der geschätzten zukünftigen Entsorgungskosten in den kommenden rund 80 Jahren abzudecken. Hausinterne Risikomodelle dienen dabei der Bewertung und Begrenzung von Investitionsrisiken.
Die Strategische Asset Allokation des KENFO umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Anlageklassen, die breit über Regionen und Branchen gestreut sind. Neben börsengehandelten Aktien und Anleihen zählen dazu auch die sogenannten „Illiquiden Anlagen“, also nicht gelistete Investments wie Unternehmensbeteiligungen und -kredite sowie Immobilien und Infrastrukturprojekte. Die groben Zielquoten der aktuellen SAA sind derzeit 31,5 Prozent Aktien, 38,5 Prozent Anleihen und 29 Prozent illiquide Anlagen.
Das illiquide Portfolio des KENFO umfasst Investitionen in den Anlageklassen Infrastruktur, Private Equity (Unternehmensbeteiligungen), Private Debt (Unternehmenskredite) sowie Immobilien. Der KENFO strebt mit seinen Kapitalanlagen in diesen Anlageklassen eine Diversifikation der Renditequellen und auch eine Zusatzrendite gegenüber liquiden Kapitalmärkten an. Insgesamt sind nach aktueller Zielallokation 30 Prozent der Gesamtinvestitionen des KENFO für diese Anlageklassen vorgesehen. Das Portfolio der illiquiden Anlagen wird über einen Zeitraum bis 2028 planmäßig aufgebaut, um Anlageopportunitäten über einen mehrjährigen Zeitraum nutzen zu können. Das für die illiquiden Anlagen vorgesehene Kapital ist zwischenzeitlich in liquiden Anlagen mit vergleichbarem Risikoprofil als auch Barmitteln investiert. Diese werden sukzessive zu Gunsten des illiquiden Portfolios umgeschichtet.
Zum Stichtag 31.12.2025 bestanden rund 14 Prozent der Gesamtinvestitionen des KENFO in illiquiden Anlagen. Je nach Marktumfeld sollen zum Ende 2028 voraussichtlich rund 30 Prozent erreicht werden. Es wird erwartet, dass sich die volle Ertragskraft des Portfolios nach der Aufbauphase entfalten wird.
Als Vergleichsmaßstab für die Entwicklung des Portfolios orientiert sich der KENFO an einer einfachen, aggregierten Benchmark bestehend aus den großen globalen Aktien- und Rentenmarktindizes (MSCI All Country World Investable Market Index, MSCI Europe Investable Market Index sowie Bloomberg Global Aggregate EUR hedged). Diese Benchmark ist nicht für kurzfristige Performancevergleiche geeignet, sondern dient dem sehr langfristigen Vergleich über einen mehrjährigen Zeitraum, da das Portfolio des KENFO planmäßig eine von dieser Benchmark abweichende Struktur aufweist. Der deutsche Aktienindex DAX allein oder der internationale Aktienindex MSCI World sind für das Portfolio des KENFO grundsätzlich kein geeigneter Vergleichsmaßstab.
Nachhaltigkeit ist für den KENFO seit seiner Gründung ein integraler Bestandteil der Anlagestrategie und in den für den Fonds geltenden Anlagerichtlinien ausdrücklich verankert.
Der Ansatz verbindet langfristige Renditeorientierung mit einer systematischen und transparenten Berücksichtigung von ESG-Faktoren. Dazu gehören unter anderem die Orientierung an internationalen Standards wie dem Pariser Klimaabkommen und dem UN Global Compact, die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Investmententscheidungen, eine Dekarbonisierungsstrategie sowie Engagement und Stimmrechtsausübung.
Der KENFO engagiert sich im Zuge der Arbeit zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Portfolios in national und international anerkannten Nachhaltigkeitsinitiativen. Als Mitglied der von den Vereinten Nationen unterstützten Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), einem Zusammenschluss großer institutioneller Investoren aus der ganzen Welt, verfolgt er beispielsweise die Dekarbonisierung des Portfolios bis spätestens 2050.
Der Nachhaltigkeitsansatz wird auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, besserer Datenverfügbarkeit und neuer, praktischer Erfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt.