Die Grundlage für die Überwachung und Steuerung sämtlicher Risiken des KENFO ist die umfassende Risikoidentifikation und die laufende, in Zeiten erhöhter Marktvolatilität auch untertägige Überprüfung des Gesamtrisikoprofils des Portfolios.
Die Risiken, denen die Stiftung ausgesetzt ist, ergeben sich im Wesentlichen aus der Kapitalanlage und der Entwicklung der Kosten der kerntechnischen Entsorgung (insbes. „Investmentrisiken“ und „Deckungsrisiken“) sowie dem Geschäftsbetrieb (insbesondere „operationale Risiken“ sowie potenziell „Reputationsrisiken“).
Adressiert und gemanaged werden diese Risiken durch ein erfahrenes Expertenteam, welches über ein breites Kompetenzspektrum an den globalen Kapitalmärkten verfügt und bei der Portfolioüberwachung und -analyse nicht nur auf Modelle und Systeme vertraut, sondern diese kritisch hinterfragt und einwertet.
Dabei ist insbesondere die Risikostrategie des KENFO, die Leitplanken für ein hohes Maß an Diversifikation und Qualität der Investments festlegt, grundlegend. Darüber hinaus verfügt der KENFO über ein maßgeschneidertes Risikomodell und damit eine Kernrisikokennziffer, welche pro-zyklische Portfoliosteuerungsimpulse vermeidet und Risiken der Kapitalanlage, wie auch der Entwicklung der Verbindlichkeiten abbildet. Ergänzt wird dies durch Stress-Tests dieser wesentlichen Kennziffer und ein leistungsfähiges System, welches auch untertägig aussagefähige Portfolioanalysen ermöglicht.
Ferner ist das Risikomanagement durch Analyse und Votierung von Investmententscheidungen wirkungsvoll in den Investmentprozess des KENFO eingebunden.
„Der KENFO geht bewusst Risiken ein, um seine Zielrendite langfristig zu erreichen. Nur dann kann er seinen Stiftungsauftrag erfüllen und die Entsorgungskosten bis Ende des Jahrhunderts finanzieren. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, die Risiken zu erkennen, sicherzustellen, dass sie angemessen vergütet werden und das Gesamtrisikoprofil zu steuern.”
Dr. Thomas Bley, CRO/CFO des KENFO
Das Investmentrisiko bezeichnet dabei das Risiko eines vorübergehenden oder permanenten Kapitalverlustes, das sich direkt oder indirekt aus Schwankungen der Marktpreise der Kapitalanlagen der Stiftung ergibt.
Vor diesem Hintergrund hat das Risikomanagement der Stiftung in erster Linie das Ziel ein risikobalanciertes Ertragsportfolio zu gewährleisten, die Konzentrationsrisiken im Portfolio zu antizipieren und zu adressieren, sowie die Korrelationsrisiken zwischen den Kapitalanlagen zu beurteilen und grundsätzlich die Qualität der Assets sicherstellen. Hierbei kann das nachhaltige, auf ESG-Kriterien beruhende, Portfoliomanagement helfen Extrem-Risiken (sogenannte „Tail Risks“) zu vermeiden.
Das Deckungsrisiko bildet die Möglichkeit ab, dass die bereitgestellten Mittel nicht oder nur teilweise zur Erstattung für die Kosten der kerntechnischen Entsorgung ausreichen bzw. nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.
Dieses Risiko wird dadurch überwacht, dass die Anlagen, die Auszahlungsprofile sowie das Gesamtniveau der Entsorgungskosten regelmäßig erhoben und überwacht werden. Hierzu dienen eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte ALM-Studie ebenso wie die langfristige Finanz- und Wirtschaftsplanung, die jährlich durchgeführt werden. Weiterhin steht die Stiftung in einem engen Dialog mit den zuständigen Ministerien, um frühzeitig über neue Entwicklungen informiert zu sein und auf dieser Basis ggf. Gegensteuerungsmaßnahmen zu entwickeln.
Die sich aus dem Geschäftsbetrieb ergebenden operationalen Risiken beschreiben das Risiko eines unerwarteten Verlustes oder Schadens, der durch menschliches Verhalten, technisches Versagen, Prozess- oder Kontrollschwächen oder externe Faktoren hervorgerufen wird.
Der KENFO verfolgt hier die Strategie operationale Risiken durch eine adäquate Governance, robuste Prozesse sowie durch das entsprechend professionelle Management des Stiftungsbetriebes zu minimieren. Die Wahl erfahrener und spezialisierter Auslagerungspartner ist ein weiteres Element, welches dieser Zielsetzung dient. Weiterhin ist der KENFO als öffentlich-rechtliche Stiftung in den staatlichen Sektor eingebettet und nutzt die anzuwendenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften auch dazu, um Handlungssicherheit zu schaffen und dadurch operationale Risiken weiter zu begrenzen.
Der KENFO legt Wert auf das angemessene Management seiner Reputationsrisiken. Dies geschieht im Portfolio über den bereits erwähnten ESG-Ansatz, der neben den Investmentrisiken auch Reputationsrisken begrenzt. Weiterhin besteht ein leistungsfähiges Compliance Management System, das Interessenkonflikte adressiert und Reputationsrisiken, die aus der Nichteinhaltung von Vorschriften resultieren, vermeiden hilft.